Schon seit fast zwei Wochen ist unser gemeinsames Zeltlager in Grimmerthal jetzt vorbei, und noch immer hänge ich im Lager-Blues. So nennt man das in der KSJ, wenn man sich auch nach Wochen zu Hause noch ins Zeltlager zurücksehnt. Damals als ich selbst noch Gruppenmitglied in der KSJ war, habe ich vor allem eins vermisst: jeden Tag aufzuwachen und drauf loszuspielen, ohne dass Uhrzeiten, Tag oder Woche relevant waren, den ganzen Tag in der Natur, in der Sonne oder im Regen, mit vielen anderen Kindern, meinen besten Freundinnen oder ganz neuen Gesichtern. Heute, als Leiterin, vermisse ich ganz andere Dinge. Natürlich wünsche ich mich zurück in die kleine Zeltlager-Welt, in der nur zählt, was wirklich zählt, Freundschaft, Harmonie, Liebe. Aber ich sehne mich auch zurück, nach einer Auszeit vom Alltag, nach meinen Mitleiterinnen und Leitern, die mich jede Sekunde umgeben. Ich sehne mich zurück nach Verantwortung und nach der Aufgabe, mich um jedes einzelne Kind zu kümmern, mir Probleme und Sorgen anzuhören, Kühlakkus zu besorgen oder einfach über Witze zu lachen. Ich sehne mich nach der Geborgenheit, die einem die Gruppe bietet, nach Lagerfeuerrunde und tiefgründigen Gesprächen, nach Nachtwache und morgens nicht aus dem Bett kommen. Vom Zeltlager bleibt erstmal viel Sand und Gras, überall, wirklich ÜBERALL. Dann bleibt der Geruch der Klamotten und des Schlafsacks und absolute Übermüdung. Und dann nach ein paar Tagen, bleiben die Erinnerungen. Zum Glück gibt es Fotos, die uns erinnern können, an den bunten Abend und den legendären Tanz, den wir aufgeführt haben, an „Gemetzel“ und an die Probegruppenstunden, in denen wir wiederverwendbare Wasserbomben gebastelt haben. Und dann – ich spreche aus Erfahrung – kommt irgendwann das Gefühl, in der KSJ seinen Platz gefunden zu haben, inmitten junger Menschen, die bereit sind, Zukunft und Kirche zu gestalten. Die nicht nur leben wollen, sondern auch erleben. Die nachdenken wollen, über sich selbst, über andere, über Gott. Die Gemeinschaft erfahren wollen außerhalb von Schule und Alltag, eine Gemeinschaft in der jeder willkommen ist, auch wenn es mal schwierig wird. Ich hoffe, ihr alle habt das Zeltlager 2021 als so schön und erfrischend empfunden wie ich, nach fast 2 Jahren Zwangspause, endlich wieder KSJ erleben zu dürfen! Und an alle die dieses Jahr nicht dabei waren: wir hoffen, euch nächstes Jahr bei der Geisterwanderung einen ordentlichen Schrecken einjagen zu dürfen!